Künstler:innen

Lichte Momente 2020

Stine Deja

Die international beachtete Künstlerin Stine Deja (geb.1986, Dänemark) lebt und arbeitet in London. In ihren Arbeiten stellt sie im Zeitalter künstlicher Intelligenz, Virtualität und technologischer Übernahme die Frage nach der Menschlichkeit des Seins. In einer Reihe von Videoarbeiten zeigt sie modifizierte Hybrid-Körper, die nur noch vage Ähnlichkeit mit der menschlichen Physis haben. Diese Hybride weisen in die Zukunft: Könnte so der optimierte menschliche Körper aussehen?

Stine Dejas Werke wurden bereits im Museum der Bildenden Künste (Leipzig), im National Centre for Contemporary Art (Moskau), an der Annka Kultys Gallery (London), der UNIT 110 (New York) und im SixtyEight Art Institute (Kopenhagen) ausgestellt.

"Hard Core, Soft Bodies",
Videos, 6:00 min, Loop,2020

In einer Reihe von drei Videos wird der menschliche Körper neu interpretiert. Die artifiziell aus menschlichen Organen und technologischen Prothesen konzipierten 3DHybridwesen bewegen sich auf subtile Weise. Die Arbeit ist als Hommage an den in seiner Ursprünglichkeit schon phänomenal konzipierten menschlichen Körper zu verstehen. Sie spiegelt die Aushandlung neuer Möglichkeiten und der damit einhergehenden Lebenswirklichkeit wider: Mithilfe technischer Features erweitern Körper ihr Potenzial. Ihre futuristisch anmutende Umgestaltung fragt danach, was es bedeutet, im Zeitalter künstlicher Intelligenz ein Mensch zu sein.

Eva Papamargariti

Die in Athen lebende Künstlerin Eva Papamargariti (geb.1978) studierte Architektur an der Universität Thessalien und Visuelles Kommunikationsdesign am Royal College of Art, London. In ihren Arbeiten untersucht sie die Beziehung zwischen digitalem Raum und materieller Realität. Sie schafft 2D/3D-gerenderte Räume und Szenarien, die Erzählungen provozieren und beschäftigt sich mit Zusammenhängen von Gleichzeitigkeit, der Verschmelzung und Auflösung unserer Umgebung im Virtuellen. Symbiotische Verstrickungen zwischen Menschen sowie zwischen Natur und Technik stehen im Fokus.

Ihre Arbeiten wurden bereits im Whitney Museum und im MoMA PS1 (New York), der Tate Britain (London), bei der Athener Biennale, der Thessaloniki Biennale und demTransmediale Festival (Berlin) präsentiert.

Eva Papamargariti,"But for now all i can promise is that things will become weirder", Video, 12:22 min, Loop, 2018

In ihrer Arbeit zeigt Eva Papamargariti neuartige Lebensformen, die dadurch entstehen, dass sich physische Körper mit fremdartigen Materialien bzw. Technologien verbinden und auf diese Weise mutieren. So entsteht ein Szenario, das aufregend surreal und dennoch nah und real anmutet.

Filip Ćustić

Der spanisch-kroatische Künstler Filip Ćustić (geb.1993) setzt sich in seiner Arbeit mit den Auswirkungen von Technologien auf den menschlichen Körper und den dadurch entstehenden Veränderungen auseinander. In seinen virtuellen Gemälden pendelt er zwischen dem Realen und dem Surrealen und hinterfragt (vermeintliche) Identitäten. Multidisziplinär kombiniert er dabei Fotografie, Performance, Skulptur und Videokunst.

Seine Arbeiten wurden bereits in Spanien, New York, Paris und Leipzig (MdbK) gezeigt. Neben seiner Tätigkeit als Künstler hat Ćustić auch als Modefotograf gearbeitet, unter anderem für die Vogue.

Retrato de Lπ CT “ reinterpretación del „retrato de Giovanna Tornabuoni“, Video, 0:13 min, Loop, 2020

Ins Deutsche übersetzt lautet der Titel dieser Projektion Porträt von Filip Ćustić. Eine Neuinterpretation von Giovanna Tornabuoni. Neu interpretiert wird von Ćustić ein weibliches Profilportrait: ein Tafelbild aus dem 15. Jahrhundert, das sich heute in der Sammlung des Thyssen­Bornemisza Museum in Madrid befindet. Auf dem ursprünglichen Gemälde des Renaissancekünstler Domenico Ghirlandaio ist Giovanna Tornabuoni zu sehen, die 1468 in die Familie der Albizzi – eines der ältesten Adelsgeschlechter von Florenz – hineingeboren wurde. Für Filip Ćustić repräsentiert dieses Porträt das weibliche Rollenideal der Renaissance und zugleich entdeckt er darin den starken Ausdruck einer individuellen Persönlichkeit. Diesen Eindrücken folgend hinterfragt er sein Verhältnis zum eigenen Körper und verhandelt es neu. Mit technischen Mitteln gelingt es ihm, ein klassisches Profilportrait auf poetische Weise zu modifizieren.

Younghee Shin

Die in Seoul geborene Younghee Shin hat in Korea Kunst studiert. Heute lebt und arbeitet sie in Braunschweig. Als Stipendiatin des Deutschlandstipendiums studiert sie an der dortigen Hochschule für Bildende Künste bei Prof. Corinna Schnitt Freie Kunst.

"1, 2, 3, 4 ... (Nationale Gymnastik)" Video, 5:01 min, Loop, 2018

In ihrer Arbeit zeigt Younghee Shin auf humorvolle Weise, wie der vom Staat angeordnete körperliche Drill zur ‚verinnerlichten Überwa­ chung‘ führt: Der individuelle Körper, der zunächst vom Staat oder der Außenwelt kontrolliert wurde, hat sich diesen Eingriff mittlerweile einge­ prägt. In gewisser Weise wurde er gehackt und hat die Macht des Staats reinkarniert.