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Menschen flanieren an langen Winterabenden durch die Osnabrücker Altstadt und werden unerwartet konfrontiert – mit Medienkunst. Dabei beschäftigt sich „Lichte Momente“ konzeptuell mit der menschlichen Wahrnehmung und mit der Frage, welche Einflüsse Medien und Technik auf uns ausüben.

Das Projekt verfolgt die Absicht, sowohl das populäre Interesse an Technik und Medien durch eine anspruchsvolle Veranstaltung in der Winterzeit auf die Medienkunst zu lenken, als auch eine Verbindung herzustellen zwischen der lange währenden Medienkunsttheorie und -praxis in Osnabrück durch das European Media Art Festival und einem Publikum, das vielleicht nur wenig Verbindung zur zeitgenössischen Medienkunst hat.

„Lichte Momente“ verfolgt einen hohen künstlerischen Anspruch. Das Projekt konfrontiert sowohl einheimische Besucher*innen der Altstadt als auch das aus der ganzen Region vom Weihnachtsmarkt angezogene Publikum mit Unerwartetem. Wer sich auf die Begegnung einlässt, bekommt die Möglichkeit, individuell Stellung zu dem Gezeigten zu beziehen.

Die Installationen sollen nicht nur an gut besuchten Orten des Heger-Tor-Viertels zu sehen sein, sondern auch an abgeschiedenen Plätzen entdeckt werden. So gelingt ein Brückenschlag zwischen historischer Architektur und modernen Medien-Visionen. Außerdem werden die Besucher*innen durch die versteckte, subtile Platzierungen der Werke aufgefordert genauer hinzusehen, sich auf die Suche zu machen.

Die Osnabrücker Altstadt gerät bei der Bevölkerung immer mehr in Vergessenheit, Leerstände sind keine Seltenheit mehr und wenn vor der Tür der Weihnachtsmarkt beginnt, wirkt die Altstadt noch verwaister.

Die großen Einkaufsstraßen locken die Massen viel mehr als der Charme der Altstadt. "Lichte Momente" begrüßt und nutzt gerade diese Ruhe und lädt zum Verweilen ein, wodurch das Viertel tiefgründig wiederbelebt wird. Spaziergänger*innen entdecken das Viertel neu, Führungen werden organisiert, die Altstadt leuchtet wieder auf und erlebt punktuell ihre „Lichten Momente“.